Eine Reise zu mir selbst

Morgens, spätestens um 6, klingelte mein Wecker. Egal, welcher Wochentag. Und – ja, ich gebe es jetzt zu – der erste Gedanke und Griff, gingen zum Handy. Schon im Bett habe ich angefangen, E-Mails zu checken, Nachrichten zu beantworten bei Instagram oder geschaut, wer mir bei WhatsApp geschrieben hat. Schnell einen Tee gemacht, etwas gefrühstückt, meine ersten Termine „abgearbeitet“, zurück nach Hause, Instagram, YouTube, Facebook und Co., schnell was gegessen, Termine, Livestream, Zoom-Calls, gegessen, abends im Bett noch schnell Nachrichten beantwortet. Tag ein, Tag aus. Ich fühlte mich wie in einem Hamsterrad. Ich wollte immer mehr, immer besser werden und ich kam einfach nicht voran. Ihr glaubt gar nicht, wie frustrierend das für mich war.  

Und gleichzeitig, wenn ich mit Freunden oder auch mit euch geteilt habe, dass alles gerade stressig ist, dass ich nicht zur Ruhe komme, dann ist der Ratschlag: „Mach weniger.“, „Achte auf dich“. Ich weiß, dass jeder einzelne lieb gemeint war. Aber es ist genauso, als ob man einem Alkoholiker sagt, trink mal weniger. Leg die Flasche weg.  

Es funktioniert nicht. Zumindest für mich nicht. Es hat mich einfach nur frustriert. Denn es scheint ja so einfach zu sein.  

Zum einen das Gefühl, ich komme beruflich nicht voran und zum anderen das Gefühl, ich selbst bleibe auf der Strecke und nehme mich selbst nicht richtig wahr. Ich war nur noch müde, habe angefangen nicht mehr produktiv zu arbeiten, am Handy zu daddeln und jeden Abend war ich enttäuscht von mir selbst. Dann begriff ich, dass ich was ändern muss.  

Ich habe mich für eine kleine Auszeit entschieden. 10 Tage in der Schweiz am Vierwaldstätter See. Ja, zum Erholen aber auch, um an mir zu arbeiten. Um Dinge zu verstehen, die ich mir jeden Tag „antue“. Ich habe das 8-tägige Seminar „Dein inneres Kind und die Heilung der Liebe“ von Birgit Haus besucht1. “Seminar” ist vielleicht ein bisschen missverständlich. Ich würde es Therapie nennen. Ich bin sehr vertraut mit Therapien. Ich gehe nämlich seit 16 Jahren zu einer Trauma-Therapeutin. Eine Gruppentherapie war mir neu. Aber ich war neugierig. Ich liebe es, Dinge auszuprobieren. Ich wollte mir ein eigenes Bild machen. Und dann habe ich mich angemeldet. Mit der Hoffnung, dass sich was in meinem Leben ändern würde.   

Ich möchte über das Seminar an sich gar nicht so viele Worte verlieren. Denn das sind Erfahrungen, die jeder selbst machen muss, der Interesse daran hat und bereit ist, sich Dinge zu hinterfragen und neugierig genug ist, Dinge in seinem/ihrem Leben zu ändern. Das Seminar ging 8 Tage. 8 Tage in denen ich geregelte Mahlzeiten zu mir genommen habe, keine Arbeit, kein Sport, kein Handy, jeden Tag 6-8 Stunden Seminar/Therapie in einer Gruppe. Mit Menschen, die man noch nie zuvor im Leben gesehen hat. Und das möchte ich so beschreiben: Man gibt ganz viel Liebe und man kriegt ganz viel Liebe. Es gab Platz für Wut und Angst, für Trauer und Tränen und für Vergangenes und Neues. Man ist alleine in einer Gruppe und hat gleichzeitig ganz viel Rückhalt. Das ist ein komisches Gefühl und gleichzeitig ein so wunderschönes und wertvolles Gefühl.   

Beim Seminar wurde empfohlen, dass man noch zwei weitere Tage dran hängt, um für sich zu sein. Um alles nochmal „sacken“ zu lassen. Ich hatte das Gefühl nach den acht Tagen, ich möchte einfach nur nach Hause. Zurück in meinen Alltag. Es war anstrengend mich jeden Tag mit mir selbst, negativen Glaubenssätzen und meiner Kindheit zu beschäftigen. Und mich auch zu hinterfragen, warum meine Liebesbeziehungen bisher nicht funktioniert haben.  

Die beiden Tage war ich in einem wunderschönen Hotel auf der Rigi2. Das Hotel „Bergsonne“ wird von Pascal und seiner Frau geführt und man fühlt sich wie Zuhause. Es war einfach traumhaft.  

Jetzt sitze ich am Züricher Flughafen, auf dem Weg zurück nach Düsseldorf und muss sagen, dass die zwei Tage, die ich dran gehangen habe, so wertvoll waren. Gerade fühle ich mich ausgeruht. Voller Tatendrang. In mich gekehrt und bei mir selbst angekommen. Ich habe für mich gelernt, was es bedeutet, mich selbst zu lieben. Wie ich mir selbst die Liebe schenken kann, die ich brauche. Und das bedeutet für mich, Gas zu geben, mich inspirieren zu lassen, mutig zu sein und meine Träume zu verwirklichen. Und auf der anderen Seite bedeutet es für mich, inne zu halten. Mich ehrlich zu hinterfragen, was ich gerade brauche. Mir mehr Zeit für mich selbst zu nehmen und das Handy bewusst beiseite zu legen. Den Moment zu genießen, in dem ich gerade bin.  



*1 Wer Interesse an Seminaren hat, hier der Link: https://www.psychosyntheseinstitut.de/pde/seminare/intensivseminare/list/2017-06-02-das-innere-kind-termin-4-herbst-Kopie.php 

*2 Wenn ihr in der Nähe vom Vierwaldstätter See seid, kann ich euch das Hotel Bergsonne wärmstens empfehlen. Hier der Link zum Hotel: https://bergsonne-rigi.hotel5h.com/  

Weiter
Weiter

5 Fragen, die du dir stellen solltest, bevor du eine Pilates-Ausbildung anfängst